Rebekka Haase stürmt mit neuem Hessenrekord an die Spitze der deutschen Jahresbestenliste - Michael Pohl mit leichter Steigerung
  01.08.2020 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Wow, was für eine Zeit! Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar) zeigte bei der „Sparkassen-Gala“ in Regensburg, dass sie ein echtes Pfund drauf hat. Im zweiten Vorlauf über 100 Meter stürmte die 200-Meter-Spezialistin, angeschoben von zulässigen 1,5 Metern/Sekunde Rückenwind, in ziemlich flotten 11,21 Sekunden ins Ziel. Doch es sollte für die 27-Jährige Psychologie-Studentin noch besser kommen. Im Finale setzte sich Haase in hervorragenden 11,11 Sekunden gegen die Favoritin Lisa Marie Kwayie (Neukölner SF/11,19 Sekunden) durch und löste damit die Läuferin aus der Hauptstadt auch von der Spitze der deutschen Jahresbestenliste ab.

Doch damit nicht genug, denn die gebürtige knackte den Hessenrekord ihrer Teamkollegin Lisa Mayer, der seit August 2017 bei 11,14 Sekunden notierte.

Für Haase war es die zweitschnellste ihrer Laufbahn, nach ihrer „PB“ von 11,06 Sekunden bei einem Meeting 2017 in Zeulenroda. Nach dem Knaller von Regensburg gehört Rebekka nun ganz klar zu den Favoritinnen auf den DM-Titel in Braunschweig (8./9. August). Eigentlich wollte auch Lisa Mayer (ebenfalls Sprintteam) im Finale mitmischen. Nachdem es aber beim Aufwärmen in der Muskulatur ein wenig zwickte, verzichtete Mayer kurzfristig auf einen Start.

Die zu diesem Zeitpunkt noch guten Bedingungen nutzte auch Michael Pohl (Sprintteam) für eine Steigerung seiner Jahresbestzeit. Der deutsche Meister von Berlin machte mit 10,40 Sekunden die Finalteilnahme klar. Hier konnte Pohl noch einen Gang hochschalten und wurde in 10,33 Sekunden Dritter. Der Sieg ging mit 10,19 Sekunden an Silvan Wicki. Der Schweizer, aktuell Europas Nummer eins,  setzte sich gegen „Altmeister“ Julian Reus (LAC Erfurt/10,25 sec.) durch.

Erstaunlich auch das „Comeback“ von Georg Fleischhauer (LG Eintracht Frankfurt). Der ehemalige Langhürdler, mittlerweile im Lager der Bobfahrer angekommen, ging über 110 Meter Hürden in den Block und markierte in seinem Vorlauf als Zweiter 13,93 Sekunden. Nach einer längeren Regenpause gewann Fleischhauer dann in 14,16 Sekunden dann das Finale, wobei hier einige der Cracks wegen der doch langen Unterbrechung nicht mehr antraten.

Wie bereits vor zwei Wochen in Wetzlar lief Constantin Preis (VfL Sindelfingen) über 400 Meter Hürden in 50,19 Sekunden zum Sieg und hängte dabei den Briten Efekemo Okoro (50,35 sec.) ab. Nicht ganz zufrieden war als Fünfter (51,37 sec.) sicherlich Joshua Abuaku (LG Eintracht Frankfurt), der zum Beginn der Saison in Luzern bereits 50,24 Sekunden ablieferte.

Ganz stark vertreten war Hessen im Stadion „Am Weinberg“ über die 800 Meter der Männer. Dennis Biederbick (LG Eintracht Frankfurt) setzte sich im Finish mit der Saisonbestzeit von 1:50,20 Minuten (aktuell 5. Im DLV-Ranking) gegen Christoph Kessler (LG Region Karlsruhe/1:50,51 min.) durch. Durch Marc Tortell (Athletics Team Karben/1:50,89 min.) ging auch der dritte Platz nach Hessen. Wenig später überquerten auch Marvin Heinrich (LG Eintracht Frankfurt/5. in 1:51,19 min.) sowie die beiden U23er Oskar Schwarzer (TV Groß-Gerau/6. in 1:51,69 min.) und Maximilian Klink (LG Dornburg/12. in 1:54,39 min.) die Ziellinie.

Julia Marbach (TSV Kirchhain) wurde bei den Frauen mit 2:09,07 Minuten (9.) gestoppt und lief damit in den Bereich ihrer Jahresbestmarke (2:08,72 min.).