Die EM-Vorschau der Männer
  13.08.2022 •     HLV , Leistungssport


Der Countdown läuft. Nach der WM, letzten Monat in Eugene (USA), wartet ab Montag mit den „European Championships“ in München der zweite Jahreshöhepunkt auf die Leichtathleten. In der bayerischen Landeshauptstadt kämpfen 1540 Athleten aus 48 Nationen eine Woche lang um Medaillen, gute Platzierung und neue Bestmarken. Unter den knapp 120 Nominierten des DLV befinden sich auch zwölf Hessen (sieben Frauen und fünf Männer).

Werfen wir eine Blick auf die Männer, von denen einige auch schon bei der WM in den Vereinigten Staaten im Einsatz waren. 

Marc Reuther (Eintracht Frankfurt) gehört bei den 800 Metern zu den 34 Teilnehmern, die am Donnerstag (10:10 Uhr) die Vorläufe überstehen wollen. Nach dem überaus unglücklichen WM-Auftritt (Aus in der ersten Runde mit 1:50,75 Minuten) soll es nun in München mit dem Finale klappen. Ein Spaziergang wird das zweifelsfrei nicht, denn Reuther steht mit seiner Jahresbestzeit von 1:45,94 Minuten auf Position 24 des Melde-Rankings. Das ist jedoch erst einmal sekundär, da bei großen Meisterschaften die Vorläufe oft eher taktischer Natur sind und nicht gleich voll auf Zeit gelaufen werden. Trotzdem gilt es hellwach zu sein, um in der entscheidenden Rennphase entsprechend reagieren zu können. 

Gleich zwei Hessen sind über die 5000 Meter mit von der Partie. Hier geht es am Dienstag (21:08 Uhr) gleich um Edelmetall. Ob hier Sam Parsons (Eintracht Frankfurt) und Davor Aaron Bienenfeld (SSC Hanau-Rodenbach) ein Wörtchen mitreden können, ist eher unwahrscheinlich. Für das konditionsstarke Duo geht es eher darum, sich gut zu präsentieren und alles zu geben. Kräfte müssen bei nur einem Lauf ja nicht gespart werden. Sam Parsons konnte letzten Monat WM-Erfahrung sammeln. Mit einer tollen Leistung im Vorlauf machte der Eintrachtler das Finale klar, in dem dann in der Endphase leider nichts mehr ging. Sam reist mit einer Bestzeit von 13:21,17 Minute nach München an. Ob diese Marke dann eventuell im Finale fällt, hängt sicherlich auch von der Renngestaltung an der Spitze des Feldes ab. Bei Davor Aaron Bienenfeld stehen als „PB“ 13:21,99 Minuten in der Vita, wobei der Rodenbacher diese Leistung bei einem Hallen-Rennen ablieferte. 

Die Endlauf-Teilnahme über 400 Meter Hürden am Freitagabend (22.00 Uhr) ist das erklärte EM-Ziel von Joshua Abuaku (Eintracht Frankfurt). Bis es soweit ist, muss der Adlerträger am Mittwoch (11.05 Uhr) und Donnerstag (11.25 Uhr) den Vor- und Zwischenlauf überstehen. Das sollte für den Langhürdler aber kein Problem sein. Mit seinen starken 48,80 Sekunden, Anfang Juli beim Meeting in La Chaux-de-Fonds (SUI), ist Abuaku aktuell die Nummer fünf in Europa. 

Kevin Kranz (Sprintteam Wetzlar), Jahresbestzeit 10,18 Sekunden, fehlten zur Quali-Norm über 100 Meter nur winzige 0,02 Sekunden. Der Sprinter aus Frankfurt ist aber eine feste Größe für die Nationalstaffel über 4x100 Meter. Bei der WM in Eugene war er der Startläufer des deutschen Quartetts (noch Joshua Hartmann, Owen Ansah und Lucas Ansah-Peprah), das mit 38,83 Sekunden aber einen sehr schlechten Tag erwischte und im Vorlauf die Segel streichen musste.

Dass die Jungs es drauf haben, zeigten sie Anfang der Saison beim Meeting in Regensburg, wo es mit hervorragenden 37,99 Sekunden einen neuen deutschen Rekord gab. Mit dieser Top-Zeit steht die DLV-Truppe auf dem zweiten Platz der Meldeliste für München. Lediglich die Briten waren mit 37,83 Sekunden in Europa bisher schneller unterwegs. Bei  guten Wechseln ist Kranz mit seinen Staffelkollegen ein ganz heißer Anwärter auf eine EM-Medaille.

Patrick Schneider ist zwar kein „echter“ Hesse, trainiert aber regelmäßig in Frankfurt am Olympiastützpunkt in der Hahnstraße. Der Langsprinter im Trikot des TV Wattenscheid sieht gleich mehreren Einsätzen entgegen. Los geht es für ihn schon am Montag (19.00 Uhr) mit dem Vorlauf über 400 Meter. Mit einer Meldeleistung von 45,44 Sekunden sollte es für Schneider kein Problem sein, in die nächste Runde (Dienstag, 12:25 Uhr) einzuziehen. Der erste Start mit der deutschen Staffel über 4x400 Meter erfolgt dann am Freitag (11.00 Uhr). Hier sollte es für die DLV-Truppe, kein Problem sein, ins Finale am Samstag (21.15 Uhr) zu kommen.