Vanessa Grimm auf der Jagd nach Punkten fürs "World-Ranking"
  18.06.2021 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Sekt oder Selters. Für die deutsche Mehrkampf-Elite geht es am Wochenende (19./20. Juni) beim „Stadtwerke-Meeting“ in Ratingen um die letzte Möglichkeit, auf den Olympia-Zug aufzuspringen. Durch Gäste aus der Ukraine, Japan, Belgien, Frankreich, Polen, Schweden, Estland, Österreich, Finland, Kanada und Norwegen erfährt das Kräftemessen der Siebenkämpferinnen und Zehnkämpfer erneut einen internationalen Touch. Unter den 40 gemeldeten Teilnehmern befinden sich vier Hessen.

Die große Überraschung dieser Saison im Lager der Siebenkämpferinnen gelang Vanessa Grimm (Königsteiner LV), die sich bei ihrer Götzis-Premiere vor drei Wochen auf hervorragende 6319 Punkte steigerte. Für die Polizei-Kommissarin geht es in erster Linie darum, ihre Leistung von Götzis zu bestätigen, um damit wichtige Punkte fürs World-Ranking zu sammeln. Die andere hessische Mehrkämpferin in Ratingen ist Lilian Tösmann (Eintracht Frankfurt/noch U23). Sie startete jüngst in Filderstadt/Bernhausen, war mit ihren dort erzielten 5357 Punkten jedoch bestimmt nicht ganz zufrieden. Zu den Mit-Anwärterinnen auf den Sieg gehören die beiden Österreicherinnen Verena Mayr (geborene Preiner/6591 Pkt.) und Ivona Dadic (6552 Pkt.) sowie Hanna Kasyanova (UKR/6586 Pkt.).

Bei den Männern führt Niklas Kaul (USC Mainz) die Meldeliste an. Der Weltmeister von Doha (2019) markierte in Götzis 8263 Zähler, die Marke für den geforderten Leistungsnachweis notiert bei 8350 Zählern. Auch Kai Kazmirek (LG Rhein-Wied), der WM-Dritte von 2017, hat diesen Wert fest im Blick. Andreas Bechmann (Eintracht Frankfurt) war in Götzis ebenfalls mit von der Partie, absolvierte in Österreich jedoch nur den ersten Tag. Beim Weitsprung verletzte sich der Eintrachtler (U23) und konnte den Zehnkampf dann nicht fortsetzen. Mit dabei beim Stadtwerke-Meeting ist auch noch Bechmann´s Vereins- und Trainingskollege Jannis Wolff (bisher 7670 Pkt.).    

„Wir haben viele Athletinnen und Athleten am Start, die sich im World Ranking im Bereich zwischen Platz 20 und 30 bewegen. Das wird super spannend, nicht nur was die Punktzahlen betrifft, sondern auch die Platzierungen. Wir werden nach Ratingen ein ganzes Stück schlauer sein, wer für eine Nominierung in Frage kommt“, so der Leitende Mehrkampf-Bundestrainer Frank Müller, gegenüber leichtathletik.de.

Den Kampf um Punkte und Platzierungen können in Ratingen 250 ausgewählte Zuschauer verfolgen, die in dem nicht so großen Stadion sicherlich für Stimmung sorgen werden. Die Wettkämpfe beginnen am Samstag um 10.15 Uhr und am Sonntag zehn Minuten früher. Für den Sonntag plant das ZDF in der Endphase des Meetings in der Sendung „sportstudio live“ ab 16 Uhr eine ungefähr einstündige Live-Übertragung.